Karl Josef Boussard
geboren 1948
Diplom-Ingenieur (FH)
Ausbildungsleiter (a.D.)
Autor
Hobbies: Laufen, Lesen, Kochen
Wir kümmern uns zu wenig
Warum sind so viele Jugendliche nicht reif für die Ausbildung? Wer ist dafür verantwortlich? Der Autor und langjährige Ausbildungsleiter Karl Josef Boussard gibt in seinem neuen Buch „Den Absprung wagen“ unbequeme Antworten auf diese Fragen.
Karl Josef Boussard hat am Montag den 19. September im Ratssaal der Gemeinde Nohfelden sein neues Buch„Den Absprung wagen“ vorgestellt und dabei insbesondere den Aspekt der Ausbildungsreife beleuchtet.Der Autor kann auf eine lange berufliche Erfahrung im Umgang mit Jugendlichen zurückgreifen. „Junge Menschen brauchen auf ihrem Weg in die Eigenständigkeit Unterstützung. Und sie sind so wie wir Erwachsene sie zulassen.“ Seiner Meinung nach laufen alle schulischen und beruflichen Rezepte ohne Ursachenforschung ins Leere. Mangelnde Ausbildungsreife kommt nicht von ungefähr, da schlechte Vorbilder in der Familie die Entwicklung der Persönlichkeit von Kindern belasten. Vorhandene Defizite können anschließend von Erzieherinnen, Lehrkräften und Ausbildern nur bedingt und unter großem Aufwand aufgearbeitet werden. Unseren Schulen muss es gelingen die Anwendung des Wissens für den Alltag besser vorzubereiten.
In der anschließenden Diskussion stellt Bürgermeister Andreas Veit fest, dass vielen Bewerbern ein angemessenes Interesse an der Stelle fehlt, auf die sie sich beworben haben. Es sei auch festzustellen, dass Bewerber mit einem höheren Schulabschluss und durchweg guten Noten oft weniger gut vorbereitet sind, als Bewerber mit einem schlechteren Abschluss. Die Gemeindeverwaltung ziehe Bewerber vor, deren Gesamteindruck überzeugt. Man wähle auch bewusst Bewerber aus, die großes Engagement erwarten lassen, obwohl sie aufgrund von Einschränkungen schulische Defizite aufwiesen. Das ist ein gutes Beispiel für soziale Verantwortung. Der abschließende Appell des Autors: „Viele Bürger wollen einfach nicht verstehen, dass gesellschaftliche Probleme alle Individuen angehen. Verantwortungsbewusste Bürger sitzen nicht nur zu Hause auf der Couch. Sie mischen sich ein und beteiligen sich bei lokalen Themen.“
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