Karl Josef Boussard
geboren 1948
Diplom-Ingenieur (FH)
Ausbildungsleiter (a.D.)
Autor
Hobbies: Laufen, Lesen, Kochen
Wer ist verantwortlich für den Übergang von der Schule in den Beruf?
Ohne Schulabschluss und ohne Ausbildungsberuf sinken die Chancen auf einen Arbeitsplatz gegen Null. Real beginnen Jugendliche immer später mit der Ausbildung oder werden nach der Schulpflicht in ein teures und unabgestimmtes Übergangssystem umgeleitet. Das betrifft immerhin ein Drittel eines allgemeinbildenden Jahrganges. Und damit stellt sich die Frage der Verantwortung. Hier ist die Politik gefordert. Der gesellschaftliche Auftrag, Jugendliche an ein eigenständiges Leben heranzuführen, gebietet die Entwicklung und Umsetzung einer einvernehmlichen und zielführenden Strategie. Vor diesem Hintergrund diskutierten, unter der Moderation von SZ Redakteur Dagobert Schmidt, Fachleute aus Verwaltung, Schulen und Betrieben, die ihr Ohr noch an der Basis haben, am Dienstag den 29. November, im Unternehmer- und Technologiezentrum St. Wendel. Nach der Begrüßung durch Bernhard Schmidt von der Wirtschaftsförderung St. Wendel versuchte ich in einem Impulsreferat auf die Problematik einzustimmen. Das gesellschaftlich brisante Thema behandele ich zudem ausführlich in meinem aktuellen Buch „Den Absprung wagen“.
Die Fachleute Hubert Gottschlich, Schulleiter Berufsbildungszentrum St. Wendel, Klaus Hubert, Waldorfschule Nahe-Hunsrück, Harald Becker, kommunale Arbeitsförderung St. Wendel, Helmut Zimmer, selbstständiger Unternehmer und Nadja Flammann, Bundesagentur für Arbeit stellten in einer ersten Bestandsaufnahme einvernehmlich soziale Mängel der Jugendlichen vor einem sachkundigen Publikum fest. Nach einer guten und informativen Diskussion bleibt festzuhalten: Es gibt viele engagierte Akteure, aber keine verbindliche Strategie. Zuständigkeitsgerangel und Maßnahmendschungel müssen beseitigt werden. Vorhandene Defizite der Jugendlichen haben in den meisten Fällen in der Familie ihren Ursprung. Wenn wir Jugendliche fit für den Beruf machen wollen, kommen wir nicht umhin die Rolle der Eltern zu hinterfragen. Es gibt viel zu tun für die Politik.
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