Karl Josef Boussard
geboren 1948
Diplom-Ingenieur (FH)
Ausbildungsleiter (a.D.)
Autor
Hobbies: Laufen, Lesen, Kochen
Interview Welt Online mit Schulsenator Rabe
Ersten Berufsabschluss zum Regelabschluss erklären
Der neue Präsident der Kultusminister, Hamburgs Schulsenator Ties Rabe, will sich um einen"vernachlässigten Lebensabschnitt "kümmern: den Übergang ins Berufsleben.
- Auszug aus Welt Online vom 28.12.11 -
Welt Online: Gibt es ein Thema, das Ihnen besonders am Herzen liegt?
Rabe: Ich will mich um einen bisher ziemlich vernachlässigten Lebensabschnitt kümmern:den Übergang von der Schule ins Berufsleben. Die Pisa-Studie hat uns dafür sensibilisiert,wie viele Fehler deutsche Schüler in Englisch oder in Mathematik machen. Aber dasLebensglück vieler junger Menschen entscheidet sich erst nach der Schule. Kein Experte kannnoch überblicken, wie viele und welche Maßnahmen es in diesem Übergangssystem gibt. Hierherrscht Chaos, da wir müssen aufräumen. Mir geht es vor allem um die, die vielleicht in derSchule nicht zu den Starken gehörten, für die das Arbeitsleben aber neuen Rückenwindbedeuten würde. Sie dürfen wir nicht hängen lassen. Wir sind viel zu vorsichtig, öffentlichauszusprechen, an welchen Schulen oder in welchen Bundesländern es besonders gut oderschlecht klappt, etwa sozial benachteiligte Schüler zum Bildungserfolg zu führen.
Welt Online: Das Credo aller Parteien lautet, der mittlere Schulabschluss muss derRegelabschluss sein. Ist das sinnvoll?
Rabe: Langfristig ja, aber kurzfristig wäre ich froh, wenn alle wenigstens den erstenSchulabschluss schaffen würden. Ich fände es jedoch sinnvoller, wenn der ersteBerufsabschluss zum Regelabschluss erklärt würde. In Hamburg haben wir uns in dasRegierungsprogramm geschrieben, dass wir dafür sorgen wollen, dass alle Kinder entweder das Abitur machen oder eine Berufsausbildung abschließen. Damit gibt es an uns Politikerden Anspruch, die Schüler führend bis zum Berufsabschluss zu begleiten
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