DIALOG AUF AUGENHÖHE


Karl Josef Boussard / Dipl.-Ing. / Autor


Auf die Zukunft einlassen


Motivation

Oft genug saßen mir orientierungslose Jugendliche und verzweifelte Erziehungsberechtigte in meinem Büro gegenüber. Bei diesen meist ernsthaften Gesprächen konnte ich viel „Menschliches“ erfahren. Wie begründete ein Auszubildender ein mögliches Fehlverhalten und welche Position bezog die meist anwesende Mutter? In mir entstand eine große Neugierde für gesellschaftliche Strukturen und Zusammenhänge.Nach dem Berufsleben wollte ich herausfinden, wie Gesellschaft „funktioniert“ und besuchte deshalb ab 2001 fünf Jahre die Universität des Saarlandes als Gasthörer in den Fachschaften Soziologie und Sozialgeschichte. Erst danach begann ich zu schreiben.

Kurzbeschreibung 

Wie ist die Stimmung an der Basis unserer Gesellschaft? Was demotiviert Jugendliche? Meine Recherchen mache ich vor Ort und rede mit Betroffenen.  Damit unterscheiden sich meine Wahrnehmungen durchaus von der öffentlichen Meinung.Meine Analyse: Wir sind auf dem Weg in eine „kranke“ Gesellschaft und wollen dabei weder Symptome erkennen, noch die daraus resultierenden Herausforderungen annehmen

Leseprobe - Jugend braucht Vertrauen

Ich habe Jugendliche immer gerne nach ihren Erwartungen in ihrem Beruf gefragt. Meistens sind sie mir eine Antwort schuldig geblieben. Es fehlt ganz einfach das Wissen für diesen entscheidenden Lebensabschnitt. Genau so wenig darf es verwundern, wenn manchmal in bestimmten Ausbildungssituationen die Ernsthaftigkeit fehlt und mögliche Konsequenzen völlig falsch eingeschätzt werden. Diese Versäumnisse  dürfen nicht alleine den Jugendlichen angerechnet werden.Der Umgang mit Geld bringt Jugendliche oft in Schwierigkeiten. Sehr viele dürfen frei über ihre Ausbildungsvergütung verfügen. Das funktioniert aber in vielen Fällen nicht. Das Handy, der unverzichtbare tägliche Begleiter, ist beispielsweise zum schleichenden Kostenfaktor geworden. Rechnungen über 400 Euro im Monat sind keine Ausnahmen und „pflichtgemäß“ stopfen Eltern und/oder Großeltern klaffende Finanzierungslücken. Der Lernprozess tendiert gegen Null.Geld spielt bei ganz unterschiedlichen Lebensformen eine wesentliche Rolle. Materielle Zuwendungen als Ersatz für  berufstätige Eltern oder nicht mehr vorhandene Elternteile? Die geschilderten Erfahrungswerte sollen auf keinen Fall den positiven Gesamteindruck beeinträchtigen. Es macht Spaß mit jungen Menschen zu arbeiten und sie auf den ersten Schritten ins Berufsleben zu begleiten. Sie entwickeln sich während der Ausbildungszeit weiter und bringen im weiteren Verlauf einen stärkeren Ausbildungswillen zum Ausdruck.Im Übrigen begradigen gruppendynamische Prozesse  kleinere Abweichungen von selbst. Eine Bestehensquote von über 95%  ist ein klarer Beleg für ein gutes Miteinander zwischen Ausbildungspersonal und Jugend. Besondere Leistungen in der täglichen Arbeit und die erfolgreiche Teilnahme an vielen Wettbewerben geben zusätzlich Zeugnis von einer Jugend, die Herausforderungen annimmt und auf einem guten Weg in die Gesellschaft ist.